Und wenn ja: Für wen?
Sicher immer für diejenigen, die schließlich alle Leistungen erhalten – und das sind nicht zwangsläufig die Versicherten selbst, sondern zuvorderst die Anbieter von Pflegeimmobilien und Pflege-Dienstleistungen – denn diese Versicherungsleistungen sind nicht vererblich.
Für die Pflegeversicherten sind die Leistungen nur “durchlaufende Posten”!
Merke: Das beste Finanzgeschäft ist jenes, bei dem vom Anleger (oder hier: Pflegeversicherten) Erträge stets reinvestiert werden müssen und beim Anbieter der Finanzdienstleistung (oder hier: Pflegedienstleistung) dauerhaft verbleiben.
Ähnlichkeiten mit einem Ponzi-Schema sind nicht nur Zufall …
Ebenso wie bei der Besteuerung der Renten, die für die ältere Generation nur sofortige Nachteile brachte – ohne gleichzeitig die Vergünstigungen von Riester & Co. zu gewähren – wurde auch bei der künstlichen Aufteilung zwischen “krank sein” und “pflegebedürftig sein”, vom Gesetzgeber, den dahinter im Dunklen agierenden Lobbyisten und den Mietschreiberlingen der Massenmedien ein neues Umverteilungssystem etabliert.
Einfach im folgenden Artikel einmal zwischen den Zeilen nach den “Lieferketten” und der “Lebensqualität” forschen.
Altersversorgung
Pflegeheime kämpfen um BewohnerDas Angebot an stationären Plätzen in Alten-und Pflegeheimen in Frankfurt liegt über dem Bedarf. Obwohl das Sozialdezernat der Stadt vom Bau neuer Heime abrät, wird weiter gebaut.
…
80 Prozent der Menschen, für die Bender einen Heimplatz sucht, würden von den Sozialdiensten der Krankenhäuser an ihn vermittelt. Viele Krankenhäuser hätten „Entlassungsdruck“, sagt Bender. Da die Menschen später als noch vor ein paar Jahren ins Heim kommen, bleiben sie im Durchschnitt kürzer als früher: Innerhalb eines Jahres wechselten – oft bedingt durch den Tod, aber auch durch den Umzug in ein anderes Heim – 30 bis 50 Prozent der Bewohner eines Hauses, schätzen Fachleute. Das Durchschnittsalter in Frankfurter Heimen liegt bei etwa 80 Jahren.
http://www.faz.net/artikel/C30214/altersversorgung-pflegeheime-kaempfen-um-bewohner-30476147.html
Da trifft es sich gut, dass nicht nur die Angst vor vermeintlichem Pflegerisiko die Taschen der Versicherer mit Beiträgen füllt – auch mit der Aussicht auf hohe Mietrenditen der Pflegeimmobilien wurde und wird weiterhin kräftig Anleger-Kapital eingeworben, das – zusammen mit der von den Versicherern gerne gewährten Krediten aus dem Deckungsstock – wiederum, eine nur nach oben hin offene Preisgestaltung der Immobilien für Bauträger und Fondsinitiatoren erlaubt.
Sie werden jetzt sicher sagen: Das ist doch ein ganz normaler Wirtschaftskreislauf!
Recht haben Sie!
Denn das ist das gleiche Prinzip, wie es derzeit angewendet wird, um Sie zur Abkehr von der Glühlampe, zur Verschrottung Ihres nicht E10-tauglichen Alt-PKW oder auch zur energetischen Zwangsrenovierung des gerade geerbten Elternhauses zu bewegen …
Echte “Motivation” sieht anders aus – oder?
–pag
PS: Und nicht vergessen – der “Zwang zur Privaten Pflegeversicherung” kommt ja auch noch …
Zusätzlich zur bestehenden Sozialversicherung soll es künftig eine kapitalgedeckte Pflegevorsorge geben. Die Bürger sollen zum Sparen für den Pflegefall gezwungen werden. Geplant ist eine neue Abgabe, die »verpflichtend, individualisiert und generationengerecht« ist, so steht es im Koalitionsvertrag. Noch im Sommer will Bahr Eckpunkte für ein Gesetz vorstellen.
