Es häufen sich die Berichte über Sachverhalte, deren Erwähnung bereits vor Jahren bei der Vermittlung von Finanzinstrumenten angebracht gewesen wäre – auf die jedoch Vermittler und Verkäufer aus verständlichen Gründen verzichtet hatten:
You Won’t Have Any Idea How Badly Our Stock Market Is Doing Until You Look At These Charts
Henry Blodget | Jul. 14, 2010, 7:57 AM | 16,127 | 16
It has been a rough decade for the stock market.
After the peak in 2000, the market has basically been down, up, down, up, mostly sideways for the past 12 or so years.
But it has been nowhere near as bad as the market performance in the Great Depression, right?
The legendary Crash of 1929 and the horrific years that followed… THAT market took 20 years to get back to its 1929 high in inflation-adjusted total returns. And it took 56 years to get back to the 1929 high based purely on inflation-adjusted price!
NOTHING could be worse than that, right?
http://www.businessinsider.com/you-cant-fully-appreciate-how-badly-our-stock-market-is-doing-until-you-look-at-these-charts-2010-7
Das kennen Sie sicherlich: Sie stellen einem Vermittler die Aufgabe, das Ergebnis einer Einmalanlage von 100 über 16 Jahre zu prognostizieren.
Üblicherweise bekommen Sie dann zu hören, daß Sie bei solch einem Zeitraum “erfahrungsgemäß mit hoher Wahrscheinlichkeit” mit einer Durchschnittsrendite in Höhe des Erwartungswertes der Rendite des angebotenen Produktes rechnen könnten.
Dazu nun ein (beispielhaftes) Chart aus den Berechnungen eines frei verfügbaren Simulationsprogrammes für eine Anlagedauer von z.B. 16 Jahren und einer Einmaleinlage von 100 in z.B. einen Aktienfonds mit erwarteter Rendite von 7% p.a. und einer Volatilität von 20% p.a.:

Anstatt z.B. tausendemal den Anlagezeitraum erneut durchlaufen zu können, d.h. auf Basis des “Gesetzes der großen Zahlen” dem Erwartungswert der Wahrscheinlichkeitsverteilung des Endvermögens (Mean = 422,07) nahe zu kommen, dürfen Sie allerdings nur einmal ihre Anlageentscheidung für die kommenden Jahre treffen.
Das bedeutet dann aber auch, daß mit ca. 66% Wahrscheinlichkeit nur ein kleinerer Wert erreicht wird.
Ihre Wahl entspricht somit eher einem einmaligen Münzwurf – ganz typisch z.B. für fondsgebundene Versicherungskonzepte (oder sonstige volatile Anlageformen) gegen Einmalzahlung eines meist hohen Beitrags.
Ihr Risiko beträgt nun immerhin noch 50% – nur einen Vermögens-Endwert unterhalb des Medians = 306,49 zu erreichen – wenn wir einmal spätere Reallocation oder Rebalancing ausschließen.
Wahrscheinlich erhalten Sie im Ergebnis jedoch noch weniger zurück!
Fällt Ihnen der “Peak” links vom Median auf? Das ist der sog. Modalwert (oder auch Modus) – das wahrscheinlichste (weil häufigste) Ergebnis in der Realität – falls Sie nur einen “Versuch” frei haben, sich für eine Einmalanlage in ein Finanzinstrument zu entscheiden.
Dieser Modalwert des Endvermögens beträgt schließlich nur noch 161,60. Das entspricht einer mageren Rendite von ca. 3% vor Inflation, Steuern und Kosten – und nicht den erwarteten (meist wortreich illustrierten!) 7% !!!
Da hätte es dann wohl auch ein Sparbuch getan …
–pag
*) “Stocks for the Long Run”, Jeremy Siegel, McGraw-Hill Companies